Kapitel 6

In dem ich von Ort zu Ort taumle

Richtungen bestimmen nicht nur die Wege, die wir gehen, sondern auch die Steine, die auf ihnen liegen, die Menschen, die wir treffen, die Chancen, die wir verpassen. Wie lange kann ich mit der Entscheidung leben, mich selbst aufzugeben und dem Weg zu folgen, der alle anderen vielleicht glücklich macht? Wie lange kann ich mich noch selbst ausklammern?

241 N.TH. – 2639 N.CHR. – DIE QUALLENPHASE – 13. UMBRUCH
30. JANUAR – 05. FEBRUAR

Beizeiten tauchen wir in atmosphärische Welten und wissen plötzlich, dass wir nie wie andere Menschen sein werden. Es sind diese Momente, in denen wir erkennen, dass wir allein mit unseren Gefühlen sind, sie frei in die Welt fliegen lassen möchten und sie trotzdem bei uns behalten, aus Angst, sie könnten zerbrechen, unter den Augen anderer an Wert verlieren.

Warum gibt es diese Welt in unseren Köpfen und warum wirkt sie so viel größer als alles, das wir jemals fassen könnten? Denn am Ende ist die Welt der Gedanken doch nicht anders als die Welt der Körper. Wir leben in ihr, lieben und hassen in ihr, leiden in ihr und gehen in ihr auf. Doch so frei wir auch sind, wir könnten nie aus ihr fliehen. Und nur ab und an gewähren wir anderen Eintritt, nur ab und an überschneiden sich Existenz und Gefühle. Nur: In den Gedanken ist all das ewig. Hat eine Person diese Welt einmal betreten, bleibt sie für immer ein Teil von ihr.

Abtrennung

Seit dem Treffen mit Soun habe ich das Gefühl, deutlich besser voranzukommen. Wir sprechen tagsüber wenig, um unsere Kräfte zu schonen und weil wir beide viele dunkle Geschichten und Gedanken haben, die auszusprechen nur demotivieren würde. Vielleicht ist es also allein seine Anwesenheit, die mich motiviert, die mich antreibt, jeden Tag noch ein wenig weiter zu gehen als geplant, jeden Tag noch ein wenig länger durchzuhalten.

Abends versorgt er unsere wunden Füße mit einer Salbe, die kühlend wirkt und Blasen und den Schmerz in den Abschürfungen lindert. Und er gibt ein Mittel in unser Wasser, das die Krämpfe in den angespannten Muskeln löst, sodass wir uns im Schlaf noch besser erholen können.

Nach vier Reisetagen legt sich sogar Kandis abends an meine Seite und zögerlich streiche ich durch sein warmes Fell, fühle seine feuchte Nase und seinen entspannten Atem, als er seinen Kopf auf meinem Arm ablegt.

›Er scheint dich zu mögen‹, stellt Soun fest, ohne jedoch von seinem Orbit aufzuschauen. Die Wächter haben sich bereits zum Schlafen in ihre Zelte zurückgezogen und ich selbst bin auch so müde, dass ich mich ebenfalls bald zur Ruhe legen werde. ›Normalerweise interessieren ihn Fremde nicht.‹

›Hm‹, mache ich und überlege, weil es mir vermutlich ebenso unklar ist wie ihm, was das Tier wohl an mir findet, immerhin kann ich nicht behaupten, dem Wolf vollkommen angstfrei gegenüberzustehen. Eher ist es eine Unsicherheit, die Angst vor dem Unberechenbaren, die mich etwas nervös macht. ›In meiner alten Welt habe ich mir immer einen Hund gewünscht. Aber ich hab nie einen bekommen.‹

›Und warum nicht?‹

›Mein Bruder dachte vermutlich, dass ich mich nicht richtig um ihn kümmern könnte ‹, überlege ich und frage mich im selben Moment, ob Ciar wohl unserem Gespräch lauscht und sich vielleicht gleich einmischt, weil er es sicherlich besser weiß als ich. ›Und wahrscheinlich hätte er damit recht gehabt.‹

›Zu meiner Zeit war es schon schwer, überhaupt an Haustiere zu kommen‹, erklärt Soun und schiebt seinen Orbit in den Rucksack, den er nie ohne Beaufsichtigung lässt. ›Deswegen dachte ich auch, ich würde nie im Leben mit Tieren umgehen können.‹ Die Nervosität, die er anfangs noch ausgestrahlt hat, ist inzwischen vollkommen von ihm abgefallen, und auch wenn er zeitweise noch etwas unruhig wirkt, ist es sehr angenehm geworden, sich mit ihm zu unterhalten.

Er ist ein Anker der Normalität geworden, an den ich mich klammern kann. Zumindest kommt es mir sehr oft so vor, weil die Gespräche mit ihm sich um so viel Normales drehen. Um Alltägliches, das mich den Sinn für die Realität wiedergewinnen lässt, obwohl ich nicht einmal bemerkt hatte, ihn verloren zu haben.

›Wann bist du denn geboren worden?‹, frage ich neugierig und er überlegt offenbar kurz, ob er antworten soll.

›Am fünften Mai 2188. Der dritte Weltkrieg war schon vorüber und die gesamte nördliche Welt lag in Schutt und Asche. Aber in Afrika, Südamerika und Australien ließ es sich noch ganz gut leben.‹ Er sieht mich nicht an, als er spricht, als wären ihm diese Worte unangenehm. Ich verstehe die Reaktion nicht ganz, wage es aber auch nicht, weiter nachzubohren, also nicke ich schweigend.

›Und du bist tatsächlich aus der Sphäre zwischen dem 10. und 11. Umbruch‹, stellt er fest.

Ich bestätige das mit einem leisen Murmeln.

›Was würde ich darum geben, diese Zeit einmal mit eigenen Augen zu sehen‹, seufzt er.

›Wenn sich diese Welt hier wieder geordnet hat, kannst du Glen ja fragen, ob er dir eine kleine Reise dorthin gestattet‹, schlage ich scherzend vor und mein Gegenüber lacht.

›Nach allem, was man hört, hat er dort ja selbst eine ganze Weile zugebracht.‹

›Fast 50 Jahre‹, bestätige ich nickend.

›Keshet sagt, er hätte so lange gebraucht, um dich zu finden, aber ich glaube eher, dass er einfach nicht gehen wollte, weil er es so schön fand.‹

›Das liegt nahe‹, ist es nun an mir zu lachen, auch wenn mir eigentlich nicht danach zumute ist, denn er erinnert mich daran, was Glens eigentlicher Auftrag in der Sphäre gewesen ist. Dass er mich eigentlich nicht nur hatte suchen, sondern auch töten sollen. Und wieder einmal danke ich ihm still für sein Zögern.

Abtrennung

Der kommende Morgen beginnt mit Kopfschmerz und dem unangenehmen Gefühl, wieder die Letzte zu sein, die aufwacht, obwohl noch nicht einmal der Wecker in meinem Zelt gesurrt hat. Aber von draußen sind bereits Schritte und unterdrückte Stimmen zu hören, also reiße ich mich zusammen, nicht noch einmal einzuschlafen, sondern mich nach einigen Momenten der Besinnung aufzusetzen.

Mein Bett ist zu weich und zu warm, als dass es mir irgendwann leicht fallen könnte, daraus aufzustehen. Das würde es wahrscheinlich nicht einmal, wenn ich in dem Wissen erwachen würde, in einen guten Tag und eine gute Welt hinausgehen zu können. Aber in der Luft hängt der altbekannte modrige Geruch und auch wenn der Regen aufgehört hat und sich zurzeit vor allem Sonne und Nebel abwechseln, ist es noch immer unangenehm kühl.

Die Städte, Häuser und Räume, in denen wir unterkommen, sehen für mich alle gleich aus. Braun, grau, trist und eintönig. Ich wage es manchmal kaum, mich genauer umzusehen, aus Angst, vom Schicksal der ehemaligen Bewohner doch so betroffen zu werden, dass es mich lähmt. Und ich will nicht mehr schwach sein. Ich habe es satt, beschützt oder umsorgt werden zu müssen. Das Gefühl der Kraft, der Macht, das ich vor einigen Tagen noch hatte, hat sich zu gegenwärtig in meinen Kopf gebrannt. Fast sehne ich mich danach. Fast.

Mit ernstem Gesicht öffne ich den Eingang und schiebe mich aus meinem Zelt. Ich sehe die Wächter bereits im pastellfarbenen Morgenlicht auf der noch halb intakten Veranda sitzen und Frühstück zubereiten. Manjana nickt mir durch die zersprungene Glasscheibe zu, als sie mein Gesicht erkennt. Nur Soun ist nicht zu sehen und schon im nächsten Moment vernehme ich sein lautes Schnarchen aus dem schwarz-grauen Zelt, das in der hintersten Ecke des Raumes steht.

Ob ich ihn wecken sollte? Die anderen haben noch nicht einmal ihre eigenen Zelte zusammengepackt, also ist noch keine Aufbruchszeit, andererseits sollten wir ihm das noch warme Frühstück nicht vorenthalten.

Ich schiebe mich also an Janas und Ciars Zelt vorbei, betrachte Kandis kurz, der aufsieht, als ich näher trete und streiche ihm sacht über den Kopf. Mein Herz klopft noch immer heftig, wenn ich in seiner Nähe bin, aber ich habe das Gefühl, den Wolf irgendwie um Erlaubnis bitten zu müssen, bevor ich seinen Herrn aus den Träumen reiße.

»Äh, Soun? Es gibt Frühstück«, verkünde ich laut und klopfe unbestimmt an die Plane seines Zeltes. Das Schnarchen ist Antwort genug, also wiederhole ich mich noch einmal lauter, aber wieder keine veränderte Reaktion. Ich suche deshalb nach dem Eingang des Zeltes, ziehe ihn ein Stück auf und schaue ziemlich interessiert hinein, auch wenn es sicher nicht viel zu sehen geben wird, das Aufschluss über sein Leben bringt.

»Soun?«, frage ich, als ich glaube, zwischen den Decken und Kissen seinen unbekleideten Rücken zu erkennen. Vom rechten Schulterblatt bis hin zur linken Hüfte erstreckt sich eine dunkle Linie, die ich als Narbe identifiziere. Als er ein weiteres Mal vernehmlich schnarcht, ziehe ich mich rasch wieder zurück, schlucke und bleibe unsicher vor seinem Unterschlupf stehen, das eigenartige Gefühl im Magen, in einen Teil seiner Privatsphäre eingedrungen zu sein, den ich lieber ihm hätte überlassen sollen – trotz meiner anfänglichen Neugier.

Fast hilfesuchend schaue ich Kandis an, der zwischen mir und dem Eingang hin und her sieht und dann einmal vernehmlich bellt, worauf sich Soun endlich in Bewegung setzt und stöhnend aufwacht. Noch bevor ich mich ungesehen davon stehlen kann – ich habe mich gerade abgewandt und mich zwischen den beiden anderen Zelten hindurchgeschoben – steckt Soun seinen Kopf aus dem Zelt und wünscht mir mit verwundertem Gesicht einen guten Morgen.

›So gut er eben sein kann‹, entgegne ich und räuspere mich verlegen.

›Geht es los?‹

›Nein, aber Jana und die anderen essen schon, deswegen wollte ich dich wecken. Tschuldige.‹

›Schon gut‹, nickt er und zieht die Versiegelung ganz auseinander, bevor er sich noch einmal kurz in das Innere seiner kleinen Behausung zurückzieht und mit einem dunklen Shirt und seiner üblichen Hose bekleidet herauskommt.

›Alles in Ordnung?‹, fragt er, als ich mich noch immer nicht von der Stelle bewegt habe, mit mir hadere, ob ich ihn auf das Gesehene ansprechen soll oder nicht. Am Ende entscheide ich mich für den sowohl höflichen als auch besonneneren Weg und lächle nur, mit einem ›Ja, klar‹ auf den Lippen, schiebe mich dann wieder zu meinem Zelt, um die Jacke daraus hervorzuholen und warte, dass wir gemeinsam nach draußen treten können.

Es ist wahrscheinlich ein Wunder, dass es den kaputten, nur halb in den Angeln hängenden Türen trotzdem noch gelingt, so viel Kälte abzuhalten, auch wenn ich nicht überrascht darüber bin, als ich meinen Atem weiß vor meinem Gesicht umherschweben sehe. Trotzdem ist die Frische belebend und ermunternd. Wir setzen uns schweigend in die kleine Gruppe, für die sich unsere Begleiter einige alte Stühle und einen brüchigen Metalltisch zusammengestellt haben, um darauf duftenden Kaffee und Brötchen zu servieren.

›Es ist wirklich eine Sünde, dass ich jetzt besseres Essen habe als zu meiner Zeit in Madrid‹, sage ich zwischen zwei Bissen und Soun lacht so plötzlich auf, dass er sich an seinem Kaffee verschluckt und einige Male kräftig hustet, bevor er darauf eingeht.

›Mit Madrid hast du auch einen echt schlechten Fang gemacht‹, erklärt er grinsend. ›Glen und Nero sind zwar so was wie die Könige der unteren Welt‹, er untermalt seine Worte mit einer gespielt königlichen Geste, die mich zum Lachen bringt, ›aber dadurch, dass sie die größte Kolonie leiten, müssen sie dort auch auf viel Angenehmes verzichten. Beispielsweise synthetisiertes Essen wie dieses hier. In kleineren Mengen ist es energetisch machbar, aber in so großen Mengen würde es unglaublich viel Energie verschlingen, die Nero nicht aufbringen möchte, soweit ich weiß.‹

›Ja, er ist auf dem Gebiet sehr streng mit seiner Stadt‹, bestätige ich und kaue gedankenverloren auf dem herzhaften Brot. ›Ich kann’s aber auch verstehen. Er verwendet lieber alle Energie auf die EneC-Programmierung.‹

›Ja, ich kenne keine Technologie, die mehr verschlingt.‹

›Aber jetzt ist in Madrid eh alles tot‹, seufze ich und werde fast etwas nostalgisch beim Gedanken daran.

›Hat sich Glen eigentlich mal gemeldet?‹, möchte Jana wissen und ich schüttle den Kopf.

›Nein, noch immer nicht.‹

›Vermutlich ist er froh, eine Sorge weniger zu haben‹, grummelt Liam und ich nicke missgestimmt.

›Ja, vermutlich.‹

Abtrennung

Es ist der 19. Tag unserer Reise, als Soun plötzlich verkündet, dass er sich von uns verabschieden müsse. Nur noch ein Tag trennt uns von Marbella, vielleicht sogar nur noch ein halber, wenn wir schnell sind. Und so kurz vor dem Ziel verlässt er uns?

Wieder wird mir leidlich bewusst, dass es mir bisher noch nicht gelungen ist, den Grund für seine Reise und sein eigentliches Ziel zu erfahren. Wohin möchte er noch, sind doch alle noch lebenden Menschen nun im Raumschiff versammelt, das kurz davor ist, die Erde für immer zu verlassen?

Oder hat er tatsächlich etwas mit den Menschen in der weißen Stadt zu tun, die angeblich schon seit Jahrhunderten in der Nähe von Gibraltar leben, unabhängig von den oberen Städten und den Kolonien der Erde? Er hat nie etwas darüber gesagt und irgendwann war es ich es leid, zu fragen.

›Ich denke, wir sehen uns bald wieder‹, sagt er, stemmt die Hände in die Hüften und zurrt seinen Rucksack etwas fester, wie er es bisher immer tat, wenn er beschäftigt aussehen wollte, um unangenehmen Situationen zu entkommen. ›Deswegen will ich keine große Sache draus machen. Ihr wisst ja, wo es langgeht.‹

›Klar‹, bestätigt Liam und Soun schüttelt daraufhin den Wächtern nüchtern lächelnd die Hände.

›Und du pass auf die Bande auf, ja?‹, lacht er mich an und klopft mir vertraut auf den Oberarm, als er mir ebenfalls die Hand reicht.

›Selbstverständlich‹, verspreche ich ihm, während der Wind meine Haare in alle Richtungen fliegen lässt, während die Sonne zumindest ab und an hinter den rasch über uns hinweg fliegenden Wolken hervorschaut. Wir stehen noch immer mitten auf der Straße und im Umkreis von mehreren Kilometern gibt es nichts als ein paar heruntergekommene Häuser und alte Baumstümpfe, die karg in der trostlosen Gegend umherstehen. Ich versuche noch immer, in all dem einen Anhaltspunkt dafür zu finden, warum er uns gerade hier, gerade jetzt verlassen muss, denn eigentlich hatte ich den Eindruck ihn mögen zu können, wenn er nur mehr von sich preisgegeben hätte. ›Und du tust am besten, was auch immer … du halt so tust‹, weise ich ihn unbestimmt an, was er wieder mit einem Lachen hinnimmt.

›Na aber sicher.‹

›Nur noch eine Frage‹, überwinde ich mich dann tatsächlich, denn sie brennt mir schon zu lange auf der Seele, als dass ich sie hätte unbeantwortet lassen können. ›Am Anfang, als du mich in diesem Lagerhaus angesprochen hast‹, setze ich an und sein Gesicht nimmt einen eigenartig wissenden Ausdruck an, als würde er bereits erahnen, auf was ich hinaus will. ›Dieses ganze Getue, dass du so aufgeregt und durcheinander wärst … das war nur Show, oder?‹

›Hättest du mir denn vertraut, wenn du nicht angenommen hättest, dass ich total bescheuert bin?‹, grinst er und ich erröte peinlich berührt.

›Das hab ich überhaupt nicht gedacht‹, murmle ich amüsiert und gleichzeitig verlegen, weil er mit seiner Vermutung den Nagel auf den Kopf getroffen hat. ›Aber gute Schauspielkünste, ich hab es dir tatsächlich abgekauft.‹

›Danke. Ich gebe mein Bestes.‹ Soun verbeugt sich ein Stück und all das Zeug, das er mit sich trägt, klimpert. ›Meine Kontaktdaten habe ich dir schon auf deinen Orbit gesendet, wenn etwas Dringendes ist, kannst du mich also immer erreichen. Aber wirklich nur im Notfall, ja?‹

›Klar. Wir wollen dich ja nicht bei dem stören, was auch immer du tust‹, versuche ich ein weiteres Mal, ihn zu einer Antwort auf meine ungestellten Fragen zu provozieren, aber erneut lässt es ihn kalt.

›Genau.‹ Er zwinkert, dann wendet er sich nach Osten und winkt, obwohl er uns bereits den Rücken zugewandt hat. Trotzdem hebe ich meine Hand und tue es ihm gleich.

›Ein komischer Mensch‹, sage ich, nachdem wir ihm eine Weile hinterhergesehen haben und uns langsam selbst wieder in Bewegung setzen. Ich vermisse ihn jetzt schon, denke ich, auch wenn ich ihn weder kannte noch einschätzen konnte. Aber wenn es so sein wird, wie er sagt, dann sehen wir uns sowieso bald wieder. Fragt sich nur, wann und wo es sein wird.

Abtrennung

Es ist etwas im Rauschen des nahen Meeres, das mich unbesiegbar macht. Den letzten Kilometer rennen wir durch die Ruinen der Stadt am Strand, bis der graue Sand selbst in Sichtweite kommt, der ein Spiegelbild des Himmels darzustellen scheint, und ich schwer atmend mein Tempo verlangsame, um diesen Anblick des endlosen Horizonts auf mich wirken zu lassen.

Die Wächter holen mich ein und während wir uns langsam durch die Ãœberreste der Terrasse eines ehemaligen Cafés bewegen, fixiere ich die im Nebel verschwimmenden Konturen unserer Umgebung. Kaum zehn Meter weit kann ich schauen und doch die Quallen sehen, die bereits zu Massen an den Strand gespült wurden und deren Körper dort dem langsamen Verfall preisgegeben werden. Nicht durchsichtig und blass sind diese hier, wie diejenigen, die ich aus der Nordsee kenne, sondern orange oder feuerrot. Ihre kleinen Körper schimmern in so intensiven Farben, dass sie den einzigen Lichttupfen in dieser Umgebung darstellen, und doch – er ist nicht unter ihnen, nein. A’en ist nicht unter ihnen.

»Er ist in der Nähe, aber viel weiter draußen«, flüstere ich eher, um mich selbst von diesem Gedanken zu unterrichten, doch meine vier Begleiter scheinen es vernommen zu haben, denn sie nicken nachdenklich.

Mein Blick gleitet zu Ciar hinüber, dessen rechtes Auge noch immer von einem grünlich-gelben Ring umgeben ist, genau an der Stelle, an der Liam ihm ins Gesicht geschlagen haben muss, um mich zu retten. Ich habe mich noch nicht dafür bedankt, weil der Blonde nie mit mir spricht, meist nicht einmal antwortet, wenn ich ihm direkte Fragen stelle. Und so bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Worte für ihn nichts zählen und dass ich nur hoffen kann, dass er weiß, wie dankbar ich ihm bin.

»Was nun?« Es grenzt an Selbstironie, diese Frage auszusprechen, doch ich kenne die Antwort darauf wirklich nicht. Bis zum Meer, dachte ich die ganze Zeit. Und nun stehe ich am farblosen, quallenübersäten Strand und weiß nicht, wohin mit mir.

»Schlagen wir ein Lager auf«, schlägt Manjana ruhig vor und sucht nach meinem Blick, doch ich schaue nur knapp an ihr vorbei, um die Häuser und Straßen zu mustern, in denen sogar noch einige zurückgelassene Levits zwischen den Trümmern liegen.

Windstille. Sie macht diesen Ort noch so viel geisterhafter als jene, die wir bisher aufgesucht haben, denn unsere Stimmen hallen laut von den Wänden wider und verfangen sich in Nebel und Nichts.

»Ja, das ist eine gute Idee«, murmle ich deswegen leise und schaue in die zustimmenden Gesichter aller.

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Wir haben einen stabilen Turm aus großen Steinen und noch intakten, schweren Türen als vorübergehenden Unterschlupf gewählt und wieder sind wir dabei, unsere Nachtlager aufzuschlagen, denn es ist bereits spät am Tag. Lange Zeit sind wir auf der Suche nach einer passenden Bleibe dem Strand gefolgt, ohne zu wissen, wonach wir suchten, bis mir klar wurde, dass ich nichts finden wollte. Keinen Schlafplatz, keine Ruhestätte, nein, ich wollte nur immer weitergehen, wandern und schweigen, dem Rufen der Seele lauschend, der ich nun so nah bin.

Und doch ist es, als triebe sie von mir fort. Als triebe er ungehalten in immer weitere Ferne. A’en. Wo immer er auch sein mag, ich kann ihn nicht halten.

»Wir können morgen nach einem Boot suchen«, überlegt Ciar, der seit dem Vorfall wieder überaus höflich und neutral geworden ist, was mir fast noch mehr Angst macht als seine offensichtlichen Provokationen. Nima klebt seitdem ununterbrochen an seiner Seite und er ist vor allem damit beschäftigt, sie von sich fernzuhalten, was mir Zeit und Gelegenheit verschafft, ihm immer wieder aus dem Weg zu gehen.

Nun hat er seine Schutzjacke ausgezogen und über einen der Stühle gelegt, die wir in diesem überraschend warmen und trockenen Raum gefunden haben, der trotz der hohen Wände und der kleinen Fenster eigenartig gemütlich auf mich wirkt. Das Licht hat sich wie kleine Kerzen in einige Ecken gesetzt und flackert dort vorsichtig vor sich hin, während ich den fleckigen Teppich in der Mitte Raumes glatt streiche, der das Laminat verhüllt. Es gibt nur zwei angrenzende Türen und eine Treppe an jeder Seite des weiträumigen Zimmers; eine führt nach oben, die andere nach unten. Und trotz der brennenden Neugierde darauf, was dieses alte Bauwerk wohl für Geheimnisse birgt, übermannt mich die Müdigkeit sehr bald und ich beende meine knappe Erkundungstour, um fast benommen in die Runde der anderen zu torkeln.

Essen und Getränke werden verteilt, ich kaue lustlos auf süßem Gebäck herum und bin kaum überrascht, dass auch heute mein Hunger nicht größer ist als an anderen Tagen. Es geht mir schon zu lange so. Diese Welt hat mir den Appetit verschlagen.

»Morgen also eine Bootsuche«, greife ich erst jetzt Ciars Vorschlag auf, auch wenn ich mir selbst noch nicht vorstellen kann, wie genau die Suche weiter gehen soll. Ich weiß nicht, ob das klamme Gefühl in meinem Bauch ausreicht, um uns über das Meer zu eben der Qualle zu führen, die wir zu finden hoffen. Es gibt doch so endlos viele. »Denkt ihr, ihr könnt A’en erkennen, wenn ihr ihn seht?«, möchte ich wissen und schaue dabei vor allem Manjana und William an, die nebeneinander an die Wand gelehnt dasitzen. Wie immer lassen sie sich lange Zeit mit einer Reaktion, bis Liam nickt und unbestimmt die Stirn runzelt, während er mich mit seinen verwirrenden Augen mustert.

»Ja, das sollte möglich sein. Immerhin kennen wir ihn bereits seit der letzten großen Phase.«

»Gut«, murmle ich und nicke nachdenklich vor mich hin. »Das ist … wenigstens besser als nichts.«

Abtrennung

Ich gehe zu Bett, sobald wir gegessen haben, weil ich weiß, dass wir morgen und in den kommenden Tagen ähnlich anstrengende Stunden vor uns haben wie die vielen, die bereits hinter uns liegen. Doch trotz Erschöpfung und Müdigkeit gewähren mir die Gedanken heute keinen Schlaf, gleiten immer wieder durch die Welt; zu Soun, zu Glen und Nero, sogar zurück in die alte Sphäre und zu Calla.

Aber natürlich gleiten sie am häufigsten in die Vergangenheit. Zu uns. Zu diesem immerwährenden Du, an das sich jeder meiner Sinne, jede meiner Äußerungen richtet. Flüchtig wie Rauch huscht die Erinnerung an dich durch meine offenen Gedanken. Heute bist du wie ein süßer Geschmack auf meiner Zunge, ein zarter Geruch in meiner Nase, ein buntes Licht in meinen wachen Augen.

In diesen Momenten liebe ich die Welt der Gedanken mehr als die Welt der Körper, denn hier kann ich dich noch treffen, dich jederzeit finden. Keine Entfernung trennt uns, keine Mauer versperrt den Weg, kein Leben und kein Tod. Nur die sanfte Differenz zwischen Vorstellung und Realität. Und manchmal, wenn ich zu tief abtauche, frage ich mich plötzlich, ob es dich je gegeben hat, oder ob du vielleicht doch schon immer in dieser Halle der Gedanken lebst, zu der nur ich Zugang habe.

Spielt das eine Rolle? Es heißt, es sei etwas Schlechtes, in seiner eigenen Welt zu leben, aber was, wenn sie mich inzwischen mehr erfüllt als das, was mir die Wirklichkeit mit all ihren Schranken, Regeln und Gesetzen noch bieten kann? Wie ist es möglich, dass mich so viel davon abhält, mich selbst als das zu verwirklichen, als das ich mich sehe? Wie ist es möglich, dass uns niemand das schenkt, was jeder sich wünscht: Ein Hoffnungsland.

Ich möchte schlagende Herzen und strahlende Gesichter, fröhliche Lieder und einen Austausch voll Spaß, Sinn und Melancholie. Ich möchte einen Himmel voller Sterne und Hoffnungen, voller Träume und Taten. Ich möchte ein Leben, in dem niemand verurteilt. Ein Universum, in dem niemand für immer gehen muss. Ich möchte eine Welt, in der es dich noch gibt.

Abtrennung

Bereits am folgenden Tag hat mich die Hoffnung darauf verlassen, dass wir ein Schiff, ein Boot oder etwas Ähnliches finden, mit dem wir weiter aufs Meer hinaus kommen, um nach der Qualle zu suchen, die ich so sehr vermisse, dass es schmerzt. Ich liebe es, meine geschundenen Füße auszuruhen, im Nebel zu sitzen und dem dumpfen Geräusch der Wellen lauschen zu können, die Quallen an den Sandstrand spülen, und doch zerfrisst mich die Sehnsucht, wenn ich daran denke, was so kurz vor mir auf mich wartet.

Ciar und Purnima haben sich auf den Weg gemacht, die Küste in Richtung Westen abzusuchen, während Manjana und William in Richtung Osten gegangen sind. Und ich bin allein bei unserem Unterschlupf zurückgeblieben, in dieser inzwischen namenlosen Stadt, in der sich nur noch Kälte und Regen treffen, bis der Nebel sich wie Wolken über eine windlose Szene bettet und die Feuchtigkeit sich auf der Haut zu sammeln scheint.

Den Orbit fest in meiner Tasche umschlossen haltend, habe ich mich auf einer alten Strandterrasse niedergelassen, um auf die wenigen Meter des Wassers zu schauen, die in der zwielichtigen Düsterheit des Morgens zu erkennen sind.

Ich denke, dass ich Kontakt zu Glen aufnehmen könnte, um ihn zu fragen, wie Keshet und ihre gesamte Stadt über das Meer gekommen sind, als sie sich auf den Weg nach Frankreich gemacht haben, und doch scheue ich mich davor, nach so vielen Tagen des Schweigens wieder mit ihm und den anderen zu kommunizieren. Vielleicht sind sie gar nicht mehr auf der Erde. Mit jedem vergangenen Tag steigen die Chancen dafür.

Glen. Manchmal glaube ich, ihn zu vermissen. Den alten Wächter, den Geschichtenerzähler und den Freund, der sich zwar manchmal etwas widerwillig und doch immer ehrlich mit mir befasst hat, mir alles erklärt hat, auch wenn ich wohl bei Weitem kein so guter Zuhörer bin, wie ich es gern sein würde.

Woher kam dieser Spalt, der uns am Ende entzweit hat? Ich denke, es war seine Angst vor mir, der Macht, von der er vielleicht noch immer denkt, ich würde sie besitzen. Und die Angst vor dem Kern und allem Unglück, das ich plötzlich wie einen Schweif hinter mir herziehe.

Was er wohl gerade tut?

Ich habe mich lange davon abgehalten, an ihn zu denken, aus Angst, mich zu sehr nach seiner Gesellschaft und der anderer Menschen zu sehen, aber nun, da wir nicht mehr weiter müssen, kann ich mich den aufkommenden Gedanken nicht mehr verschließen, und von Minute zu Minute wächst die Gewissheit darum, dass ich es tun muss, auch wenn ich nicht möchte.

Was wird er sagen? Ich frage mich so sehr, wie er darauf reagieren wird, meine Stimme zu hören. Als ich ging, ging ich ohne irgendetwas mit mir zu nehmen, und am Ende akzeptierte er ohne Widerworte, dass ich meinen Weg gehen musste und er den seinen. Doch welchen Weg haben er und die anderen inzwischen gewählt? Einen, bei dem die Möglichkeit besteht, ihn vielleicht eines Tages wiederzutreffen?

Warum scheint plötzlich alles so fern und fremd? Ich wünschte, es gäbe etwas, das diese Tristheit aus meinem Herzen ziehen und sie verbrennen könnte.

Abtrennung

Zurück in dem Turm, in dem wir untergekommen sind, ziehe ich die Jacke aus, um sie lieblos über mein Zelt zu werfen, entzünde das warme Licht mit meinen Gedanken und klaube mir ein Handtuch aus einer der Taschen, um mir die feuchten Haare zu trocknen.

Es hat bereits wieder zu regnen begonnen und das fortwährend schlechte Wetter erinnert mich an die Zeit vor meiner Reise in diese neue Welt, die sie alle Realität nennen. Ewig lange Tage saß ich damals vor den großen Fenstern unseres Hauses, während die Erde vor meinen Augen in Wassermassen versank, und am Ende lag alles nur an Glen und seiner Liebe zu den Wolken – und ihrer Liebe zu ihm. Er ist der Regen.

Ich ziehe den Orbit aus meiner Jackentasche, öffne den Eingang meines kleinen Unterschlupfs und lasse mich in der Wärme des Zeltes und der darin liegenden Decken nieder.

Glen. Ich starre lange auf das rötliche Gerät zwischen meinen Fingern, bis ich zu dem Schluss komme, dass es unumgänglich ist, mit ihm zu sprechen, und die Kontaktdaten der Raumstation aus dem Menü heraussuche. Im Grunde weiß ich noch gar nicht, was ich hier tue, drücke und verschiebe irgendwelche Schaltflächen, bis ich die Option gefunden habe, nach der ich suche, und eine Verbindung aufgebaut wird.

Der HethScreen, der sich vor mir in der Luft aufbaut, flimmert, während das bekannte Surren ertönt, das mir vermittelt, dass der Empfänger gesucht wird. Es gibt noch so viele Fragen, die ich gern stellen würde, doch die ganze Zeit über war ich so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich nicht dazu gekommen bin.

Wieder durchzuckt ein Flimmern die Projektion, als sich aus dem schwarzen Bild vor mir allmählich ein Raum formt, den ich als die kreisförmige Zentrale erkenne. Menschen sind dort versammelt, unter ihnen der Programmierer Jack und der Verwalter von Madrid, Nero.

Ungläubige Blicke treffen mich, als sie in mein Gesicht schauen, mein Herz schlägt aus so vielen Gründen schneller, dass ich nicht alle benennen kann; Aufregung, sie alle nach so langer Zeit wieder zu sehen, vermischt mit Freude und Angst vor dem, was sie sagen könnten.

›Mara?‹, fragt Jack ungläubig und tritt einen Schritt näher an den Aufnahmespiegel, der sein Bild auf den Screen vor meinen Augen überträgt. ›Was … wie kommt es, dass du …‹

›Ich muss mit Glen sprechen‹, sage ich unsicher, schaue viele der Unbekannten innerhalb des großen Raumes an. ›Wie … wie geht es euch?‹, frage ich dann, weil ich nicht unhöflich sein möchte und es mich wirklich interessiert, was sie alle inzwischen tun, wo sie sich befinden und was sie bewegt. Ob sie dasselbe auch von mir denken? Oder ob sie froh sind, dass sie mich los sind? Ich habe mich so lange vor all diesen Fragen verschlossen, dass sie nun so unerwartet auf mich herab prasseln, dass meine Gedanken vollkommen von ihnen verschüttet werden.

›Soweit ganz gut‹, antwortet der so jung aussehende Programmierer und dreht sich einige Male zu Nero herum, der nur skeptisch seine Augenbrauen gehoben hat, die beiden Metallarme abwehrend vor der Brust verschränkt. ›Oder?‹

›Und wie geht es dir, Mara?‹, möchte der Mann wissen, ohne auf Jacks fragende Blicke einzugehen. Es irritiert mich, dass er meinen Namen so eigenartig überbetont, als würde er mir unterstellen, nicht ich selbst zu sein. ›Hast du es schon geschafft, Juan wiederzubeleben?‹ Der abfällige Unterton seiner Stimme zeigt mir deutlich, dass er noch immer sowohl an meinem Vorhaben als auch an meiner Motivation zweifelt, und es verletzt mich mehr, als ich vor mir selbst zugeben kann.

›Ähm … nein‹, murmle ich. Dass ich – selbst wenn ich die Qualle mit seiner Seele gefunden hätte – noch gar nicht weiß, wie genau ich das anstellen sollte, verschweige ich an dieser Stelle lieber. ›Wir sind jetzt am Meer und kommen nicht weiter.‹

›Aha.‹ Missbilligung. Da ist nur Missbilligung in seiner Stimme.

›Und wo befindet ihr euch jetzt?‹, möchte ich um Freundlichkeit bemüht wissen, aber er erwidert dies keineswegs.
›Noch auf der Erde, sonst würdest du uns gewiss nicht erreichen.‹

›Stimmt‹, murmle ich verschämt und runzle die Stirn über meine eigene Dummheit. Es ist inzwischen so lange her, dass ich mit diesen Menschen gesprochen habe, dass ich fast vergessen habe, wie vorsichtig man mit ihnen umgehen muss – vor allem dann, wenn sie denken, man selbst wäre ein gefühlloses Monster. ›Und habt ihr schon beschlossen, wie es weiter gehen soll?‹

›Nein, noch nicht‹, meint Nero mit harter Stimme. ›Vor allem weil Glen den Plan zu verfolgen scheint, auf dich zu warten, bevor wir aufbrechen.‹

›Das müsst ihr nicht.‹

›Das sage ich ihm auch immer wieder.‹ Inzwischen kann ich mir kaum mehr vorstellen, dass den Mann mir gegenüber und mich lange Zeit zumindest ein dünnes Band der Freundschaft und Sympathie verbunden hat. ›Wir drucksen jetzt hier schon seit zwei Wochen herum. Kannst du nicht irgendetwas mit deinen Kräften anstellen und dich beeilen?‹

›Das würde ich‹, gestehe ich, zögere kurz und überlege, was ich ihm erzählen kann und was nicht – doch dann entschließe ich, dass es egal ist, was er weiß und wissen könnte, weil er mir damit auch weder schaden noch helfen kann. ›Aber seit der Kern mich berührt hat, habe ich nicht mehr all meine Fähigkeiten‹, erkläre ich langsam.

›Wie … meinst du das?‹, möchte ein blonder Mann aus dem Hintergrund wissen, der neben einem ähnlich aussehenden, düster dreinblickenden Zeitgenossen steht. Ich vermute, dass dies die Brüder sind, die sich um Moskau oder eine der anderen Kolonien aus Russland gekümmert haben, denn irgendwie kommen mir ihre Gesichter bekannt vor.

›Ich kann nicht mehr auf alle Fähigkeiten zurückgreifen‹, erkläre ich weiterhin unbestimmt. Eigentlich wollte ich all das mit Glen besprechen, aber ich kann mir die Unhöflichkeit einfach nicht abringen, die anderen abzuwürgen, um nach ihm zu verlangen. Also halte ich meine gesunde, linke Hand demonstrativ hoch, deren Innenfläche ein blutroter Kreis verunziert, den ich seitdem trage. ›Er muss mir einen Teil meiner Macht genommen haben.‹ Und ich dachte, Glen hätte all das mit Nero und den anderen besprochen. Zumindest er wusste doch davon, warum also hat er es niemandem gesagt? Begehe ich gerade einen Fehler?

›Aber ich frage mich noch immer, warum er das tun sollte.‹ Eine neue und doch so vertraute Stimme ertönt, aber ich kann in der Dunkelheit, in der die meisten der Anwesenden stehen, die zugehörige Gestalt nicht erkennen, bis sie in das Licht des in der Luft flirrenden Bildes tritt. Glen. Schon als er das erste Wort gesprochen hat, begann mein Herz zu flirren.

Seine weißen Haare sind bereits etwas länger geworden, sonst hat sich jedoch nichts an ihm verändert, das ich auf den ersten Blick erkennen könnte. Nicht seine eisblauen Augen, denen man so deutlich ansieht, dass sie künstlich sind, und nicht der grimmige Blick auf seinem jugendlichen Gesicht, obwohl er charakterlich oft wirkt wie ein alter, gebeugter Mann.

›Hallo‹, murmle ich und er nickt mir zu, scheint selbst nicht genau zu wissen, was er mit dieser Situation anfangen soll. Sein Gesichtsausdruck ist interessiert und vielleicht etwas verwirrt.

›Wie geht es dir?‹, frage ich.

›Gut, wie immer‹, meint er in so betont lockerer Weise, dass es nur gelogen sein kann. In dieser Welt geht es niemandem gut. ›Und dir?‹

›Ja‹, antworte ich nur, als ich einsehe, dass sowohl das Stellen als auch das Beantworten der Frage fast selbstironisch lächerlich ist. ›Wir kommen nicht voran.‹

›Inwiefern?‹

›Wir sind am Meer angekommen und … wissen nicht, wie es weiter gehen soll.‹

›Und plötzlich, da du unsere Hilfe brauchst, interessierst du dich wieder für die Probleme der Welt.‹ Nun ist seine Stimme eindeutig vorwurfsvoll und er schafft es selbst mit diesen wenigen Worten meine Schuldgefühle ins Unendliche zu steigern. Das bestätigende Nicken einiger Anwesender macht es nicht besser.

›Nein, so ist das nicht‹, sage ich leise und schüttle den Kopf. In Wahrheit habe ich mich nie für die Welt und ihre Probleme interessiert, füge ich in Gedanken an. Interessiert sich die Welt denn für meine Probleme? Ich bin nur dabei, den Einzigen zu retten, der es tatsächlich tut. ›Wir wissen nicht, wie wir über das Wasser kommen sollen‹, schwenke ich das Thema wieder auf den Punkt zurück, auf dem ich es brauche, bevor all diese Augen, die auf mir ruhen, mich so sehr einschüchtern können, dass ich kein Wort mehr herausbekomme. ›Wir suchen nach einer Art Boot, das noch zu gebrauchen ist, aber …‹

›Pff, das kannst du doch vergessen‹, schnaubt Glen und kommt noch ein paar Schritte auf mich zu. ›Dort gammelt doch alles schon seit über zweihundert Jahren herum.‹

›Ja, ich weiß. Ich dachte, vielleicht wisst ihr, wie Keshet und ihre Kolonie das Meer überquert haben.‹

›Mit einer großen Fähre‹, mischt sich nun wieder Nero aus dem Hintergrund ein.

›Aber das Ding könnt ihr niemals mit so wenigen Menschen steuern.‹

›Zumal es euch sowieso vermutlich nichts bringen wird, wenn ihr nur eine beschissene Qualle aus dem ganzen Meer sucht‹, fügt Glen in abfälligem Tonfall an. Die Traurigkeit schafft es vermutlich erst jetzt, mein Gesicht zu erreichen, denn noch während ich spüre, dass der Ausdruck meiner Züge verzweifelter wird, ändert sich auch Glens Mimik und wird deutlich weicher. ›Ich habe leider auch keine Idee, was ihr da tun könnt. Vielleicht … nützen euch die Rettungsboote der Fähre etwas?‹

›So etwas gibt es?‹, frage ich hoffnungsvoll nach und alle Anwesenden nicken daraufhin, als würden sie sich alle mit diesem Schiff auskennen, von dem ich bisher noch nie etwas gehört habe.

›Ja. Ich weiß zwar nicht, wie weit ihr raus müsst, aber vielleicht könnt ihr es damit versuchen. Sie liegt in der Nähe von Fuengirola vor Anker. Das dürfte ganz in eurer Nähe sein.‹

›Danke, das ist eine wirklich gute Idee‹, sage ich etwas halbherzig, als ich in das Gesicht des Wächters schaue, der noch immer leicht verzagt dreinblickt. ›Es tut mir wirklich leid, dass ich einfach gegangen bin, ohne euch etwas zu sagen und ohne das mit euch abzusprechen, aber …‹

›Schon gut‹, unterbricht er meinen emotionalen Ausbruch ruhig, aber mein Atem geht schwer und ich spüre, wie mir das Blut in die Wangen schießt, vor Scham- und Angstgefühlen. Es dauert einige Momente, bis ich mich wieder in der Lage fühle, ohne Zittern in der Stimme zu sprechen.

›Es ist, als wäre ich zu dieser Zeit eine andere gewesen‹, flüstere ich und hole noch einmal tief Luft, um unterdrückt zu seufzen.

›Vielleicht warst du das auch‹, sagt der Geschichtenerzähler gütig und plötzlich so ungewohnt verständnisvoll, bevor er nach einigen Momenten der Stille das Thema wechselt. ›Hast du dich denn in den letzten zwei Wochen mit deinen … Kräften auseinandergesetzt? Vielleicht hat der Kern sie nur wieder in deiner Seele eingeschlossen.‹

›Nein, nein, so ist es nicht.‹ Natürlich kann ich nicht sagen, wie es in Wirklichkeit ist, aber ich weiß, dass ich noch immer einen Teil der Veränderung spüre, die sich in mir vollzogen hat. ›So ist es leider nicht. Die Sache mit den EneCs und dem Licht funktioniert noch immer, aber sonst ist alles … wie vorher.‹

›Vorher? Du meinst, bevor du gestorben bist und danach als dieses Ding zurückkamst?‹, hakt Nero höhnisch nach und ich nicke beschämt.

›Wie nützlich‹, murmelt er daraufhin und ich schaue zu ihm herüber, um zu sehen, ob er es sarkastisch oder ernst gemeint hat. Seine Züge lassen jedoch weder auf das eine noch auf das andere schließen.

›Wie ist es, mit den Wächtern zu reisen?‹, erkundigt sich Glen weiter und abermals kräusle ich meine Stirn, weil ich diese Frage befürchtet habe und tatsächlich nicht weiß, was ich darauf antworten soll. Anfangs hielt ich die Vier noch für eine bessere Gesellschaft als jede andere, inzwischen ängstigt und verwirrt mich ihre Anwesenheit vor allem.

›Ich … Es geht‹, fasse ich all diese Gedanken dazu zusammen. ›Irgendwie.‹

›Benimmt sich Ciar?‹

›Nein.‹ Meine unverblümte Antwort löst Erstaunen auf seinen Zügen aus, er zieht die Brauen ungläubig nach oben, um sie dann im nächsten Moment schon wieder zusammenzuziehen, seine Züge von Besorgnis sprechen zu lassen. ›Aber Manjana und Liam sind ja dabei und geben … auf ihn Acht‹, versuche ich seine Sorge sogleich zu zerstreuen. ›Zumindest die meiste Zeit.‹

›Du bereitest einem auch wirklich nur Sorgen, Herzchen‹, grummelt er, schafft es aber tatsächlich, ein Lächeln auf seine Lippen zu zwingen.

›Und Probleme‹, stimmt Nero schmunzelnd ein. Nun, wo er meine Sorge bemerkt hat, sind seine Gesichtszüge plötzlich wieder weicher, entspannter. Ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als jetzt einfach in ihrer Mitte zu stehen und über all das Schlechte in der Welt zu lachen, wie damals, bei unseren Treffen in ihrer Garage in Madrid. Einige der wenigen schönen Erinnerungen, die ich mir aus dieser Welt aufheben würde, wenn ich zu selektieren in der Lage wäre.

›Ich vermisse euch‹, sage ich nach einem kurzen, betretenen Schweigen. Einige der Fremden haben sich aus der Tür im Hintergrund gestohlen, wollten uns vielleicht die Höflichkeit einer gewissen Privatsphäre zugestehen. Andere warten noch immer ungeduldig und ihr Zuhören macht mich nervös, doch trotzdem fahre ich fort. ›Vor ein paar Tagen haben wir einen Reisenden und seinen Wolf getroffen und sind für einige Tage mit ihnen gereist. Ich soll euch schöne Grüße von ihm ausrichten.‹

›Ah, das war ganz sicher Lome‹, stellt Nero ohne zu fragen fest.

›Pat‹, sagt ein anderer Mann, den ich nicht sehe, und wieder ein anderer: ›Hendry.‹ Ich glaube, noch andere Namen herauszuhören, kann aber mit keinem davon etwas anfangen, also schüttle ich den Kopf.

›Nein, sein Name war Soun‹, erkläre ich, woraufhin Glen heiter lacht.

›Er stellt sich jedem unter anderem Namen vor‹, erklärt er kopfschüttelnd und meine Augen weiten sich überrascht.
›Ehrlich? Warum das?‹ Ich kann ein ungewolltes, wenn auch skeptisches Lächeln nicht verbergen.

›Weil er spinnt‹, stöhnt Nero, als gäbe es für ihn nichts Schlimmeres, als sich über derlei Nichtigkeiten zu unterhalten, und tatsächlich pflichtet ihm Glen durch ein Nicken bei.

›Der Kerl liebt es, seine Spiele zu spielen.‹

›Oh.‹ Und noch im gleichen Moment versuche ich, mein Bild von diesem Menschen gerade zu rücken, aus dem ich auch ohne diese verwirrende Information nicht schlau geworden bin.

›Weißt du, wohin er wollte?‹

›Nein, das hat er nicht gesagt.‹

›Das geht uns auch am Arsch vorbei‹, wirft Nero ein, womit dieses Thema wohl auch beendet ist.

Glen geht ein paar Schritte auf und ab, schiebt sich die Hände in die Jackentaschen. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll, aber ich möchte das Gespräch nicht beenden – nicht jetzt schon. Ich möchte sprechen und lachen, Stimmen hören und echte Emotionen sehen. All das Leben in mich aufsaugen, das es in dieser seelenlosen Umgebung, in der ich reise, nicht gibt.

›Und was tut ihr zurzeit?‹, frage ich deswegen abermals, in der Hoffnung, doch noch eine ehrliche Antwort zu bekommen. Die Oberhäupter der Städte wechseln ein paar kurze Blicke untereinander, als würden sie sich im Geiste absprechen, ob ich vertrauenswürdig wäre oder nicht – als wenn ich nicht monatelang bei ihnen gelebt hätte. Doch dann schaut Glen wieder zu mir auf und erhebt abermals das Wort.

›Wir überlegen, mit Theia Kontakt aufzunehmen. Seit dem … Vorfall haben wir nichts mehr von ihr gehört und es wäre wichtig, zu wissen, woran wir sind.‹

›Auch wenn es aus Einschüchtungszwecken besser gewesen wäre, wenn du hier geblieben wärst‹, lacht Nero nun trocken. ›Dann hätten wir ihr mit der »Ein Schnips und ihr seid alle weg«-Drohung kommen können.‹

›Das ist jetzt leider sowieso hinfällig.‹

›Ja, leider‹, bestätigt er.

Dann tritt abermals Schweigen ein und ich weiß nicht, wie ich es durchbrechen soll. Warum hat mir niemand von ihnen etwas zu sagen? Ich wünsche mich so sehr in die Sphäre zurück. In diese Welt, in der es noch Menschen gab, die wenigstens vorgaben, mich zu mögen und zu lieben. Hier kann ich nicht einmal mehr das erwarten. Und wann bin ich wieder so weinerlich und schwach geworden? Seit wann spielt all das wieder eine Rolle in meinem Leben?

›Na ja. Du kannst dich ja öfter mal melden und uns auf dem Laufenden halten‹, schlägt Glen nach einer ganzen Weile vor und ich nicke.

›Ja. Wenn es euch nicht stört.‹

›Warum sollte es das tun?‹

›Hm.‹

›Sag schon, Süße‹, meint Glen nach einem abermaligen Schweigen. ›Was ist los?‹

Ich fühle mich allein, schreit alles in mir. Ich weiß nicht, wohin ich gehen soll, ich komme allein in dieser Welt nicht zurecht. Ich möchte aufgeben. Mich und alles.

›Nichts‹, antworte ich, auch wenn mich nichts dazu bringen könnte, diese Lüge überzeugend über meine Lippen zu bringen. ›Wir … sollten erst einmal Schluss machen, ich habe noch ein bisschen was zu tun.‹ Eine weitere Lüge.

›Ja, in Ordnung‹, sagt Glen, auch wenn seine Züge düster und angespannt sind. ›Wie gesagt, du kannst dich immer melden, ja?‹

›Gut, das werde ich‹, nehme ich mir vor und die Aussicht darauf, häufiger mit ihm und anderen sprechen zu können, nachdem diese Barriere der Angst zwischen uns wieder gebrochen ist, macht mir Hoffnung. ›Ihr könnt mich auch gern auf dem Laufenden halten.‹

›Wird gemacht‹, bestätigt nun Jack und ich zwinge mich zu einem fröhlichen Gesichtsausdruck.

›Gut, dann … bis später‹, murmle ich. Alle wiederholen die Verabschiedung, dann unterbreche ich die Verbindung.

Abtrennung

Das Zischen und Rattern des abfahrenden Zuges erfüllte die Bahnhofshalle und erst, als er durch die großen Fenstertüren auf dem verfallenen Gleis nicht mehr zu sehen ist, sahen wir einander an und lächelten, als hätten wir mit ihm ein altes Leben zurückgelassen.

Nun können wir nicht mehr zurück, sagte ich, strich meinen Rock abermals glatt und sah mich in der leeren, dunklen Halle um, noch immer in dem Versuch, das Kribbeln in meinem Bauch und die leichte Aufregung zu unterdrücken. Nur flackernde Lichter brannten in einigen Ecken, ein alter Mann saß gelangweilt hinter einem Schalter und schielte verstohlen zu uns herüber.

Oh, das würde ich so nicht sagen, lachtest du, zogst die Uhr an dem goldenen Kettchen aus deiner Tasche und warfst einen Blick darauf. In genau zwei Stunden fährt der nächste Zug.

Du weißt genau, was ich meine, kicherte ich und griff nach deiner Hand, in der anderen noch immer die Tasche mit den wenigen Habseligkeiten, die ich bei mir trug. Weißt du, wohin wir müssen?, fragte ich zum dritten Mal an diesem Tag, aber ich war noch immer unsicher. Neue Orte ängstigten mich und ich war froh, dich bei mir zu haben.

Natürlich. Du setzest dich in Bewegung und zogst mich langsam mit dir, drücktest die hohe Tür nach draußen auf und ein warmer Luftstrom zerzauste mir die Haare.

Die Nachmittagssonne schimmerte auf die kleine Stadt nieder, Glockengeläut drang aus der Ferne zu uns herüber. Das Denkmal auf dem breiten Vorplatz des Bahnhofs lag in goldenes Licht getaucht da.

Weißt du, murmelte ich, ich wünschte, es wären nur die guten Dinge, an dir wir uns später einmal erinnern könnten. Momente wie diese.

Aber wie sollen wir die guten Erinnerungen verstehen, wenn wir die schlechten nicht kennen?, fragtest du, während wir andächtig versuchten, uns jeden Eindruck und jedes Detail dieser neuen Heimat einzuprägen. Wie sollen wir Glück begreifen, wenn wir das Leben nie gesehen haben …

Abtrennung

Ich verbringe eine ganze Weile damit, in meinem Zelt zu liegen und an die Decke zu starren, im Versuch, die Düsternis zumindest aus der Welt meiner Gedanken zu verdrängen. All die Träume und Erinnerungsfetzen laugen mich aus, auch wenn ich froh darum bin, nicht mehr Welten aus Blut und Tod durchschreiten zu müssen, Ebenen von Verfall und Zerstörung wie früher.

Meine Erleichterung darüber, dass Manjana und Liam vor den beiden anderen wieder in unserem Unterschlupf ankommen, ist unbeschreiblich groß, denn nichts wäre mir in meiner aktuellen Situation verhasster, als mit Ciar und Purnima allein sein zu müssen. Und auch wenn sie alle nichts Brauchbares gefunden haben, kann ich ihnen doch von der Fähre berichten, die unserer undurchdachten Unternehmung hoffentlich von Nutzen sein wird.

»Herrlich«, kommentiert Ciar diese Offenbarung mit einem düsteren Unterton in der Stimme. »Ist ja nicht so, als wären wir nun umsonst den ganzen Tag durch Regen und Nebel geirrt.«

Gerade wurde dampfender Früchtetee ausgeschenkt, an dem ich nun entspannt nippe, während ich Nima beobachte, die die Reaktion ihres Partners alles andere als zu verstehen scheint und ihn interessiert mustert. Ich bin noch immer nicht schlau aus ihr geworden und inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass das vermutlich auch gar nicht möglich ist.

»Tut mir leid«, entschuldige ich mich ehrlich. Auch wenn der Schwarzhaarige nicht besänftigt zu sein scheint, reagiert er darauf nicht mehr.

Und wieder durchzuckt mich dieses dumme Gefühl von zerbrochener Verbundenheit zu ihm, dieser lächerliche Wunsch wieder freundlich und offen mit ihm sprechen zu können. Meist fühle ich mich nicht so, als wäre er der Jäger und ich die Gejagte; viel eher kommt es mir vor, als hätten wir lediglich ein Zerwürfnis gehabt und ein freundliches Wort könnte uns bereits wieder zusammenbringen. Ich hoffe, dass A’ens Rückkehr die altbekannte Distanz zwischen dem Wächter und mir wiederherstellt.

2 Wolkengedanken zu “Kapitel 6

  1. Endlich sind sie also am Meer angekommen und dank Glen haben sie auch eine Idee, wie es weitergehen könnte. Schön, dass Mara Glen kontaktiert hat und obwohl er und Nero zu Beginn des Gesprächs so abweisend schienen, hat es sich ja gewandelt und am Ende wurden sie doch wieder freundlicher. Ich hoffe, dass sich ihr Verhältnis wieder bessert und Mara jemanden hat, mit dem sie sprechen kann.
    Schade, dass Soun die Gruppe schon wieder verlassen hat. Ich mochte ihn irgendwie. Mal schauen, wann und wie er wiederkommt und was es mit ihm auf sich hat.

    1. Juhu! Freut mich, dass dir die Entwicklung gefallen hat und du Soun mochtest ♥ Du bist ja echt wahnsinnig schnell mit dem Lesen! Ich dachte gerade, ich schaue nicht richtig, als ich gesehen habe, dass du jetzt schon auf dem aktuellen Stand bist! Wow :D

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